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Festhalten und Teilen deiner Raderlebnisse auf großartigen Fotos

Heute sieht man häufig Radfahrer, die mit Kameras unterwegs sind, um ihre Fahrradabenteuer – oder zumindest einen Teil davon – unterwegs auf ihre Weise zu dokumentieren. Wenn sie später die Bilder zu ihrer Tour teilen, sieht man unter den Fotos häufig den Hinweis „Diese Bilder werden dem tatsächlichen Erlebnis nicht gerecht“. Bestimmte Erlebnisse während einer Fahrt mit Fotos oder einem Video festzuhalten, ist ein sehr anspruchsvolles Unterfangen. Wie bei vielen Dingen im Leben braucht es hierfür viel Übung und Wiederholung. Es spielt keine Rolle, ob man als Radfahrer eine Kamera mit sich herumschleppt oder eher puristisch unterwegs ist und auf lästiges Gepäck verzichtet. Es gibt ein paar handwerkliche Tricks, mit denen sich sicherstellen lässt, dass die Fotos auch wirklich das widerspiegeln, was man in dem Moment gesehen und gefühlt hat.

Nichts ist leichter, als sich in den Tiefen der Theorie und Technik des Fotografierens zu verlieren. Deswegen beschränken wir uns auf einige wenige Punkte, bei denen uns schon einige Grundkenntnisse dabei helfen können, interessante Fotos zu machen: Belichtung und Beleuchtung, Bildausschnitt und Komposition, Storytelling und Bearbeitung. 

 

Belichtung und Beleuchtung

 

Kommen wir noch einmal zurück auf diesen Hinweis „Diese Bilder werden dem tatsächlichen Erlebnis nicht gerecht“. In der Regel ist diese Aussage darauf zurückzuführen, dass bei der Aufnahme eine Belichtung gewählt wurde, die nicht das Gefühl transportiert, das der Fotograf zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte. Wie ein Foto aussehen sollte, ist immer von der Persönlichkeit des Fotografen abhängig und kann von anderen schlecht verurteilt werden. Abgesehen davon ist die richtige Belichtung der wichtigste Faktor, um die Emotion und das Gefühl zu vermitteln und ein Bild „echt“ wirken zu lassen, wenn ihr eure Aufnahmen mit euren Freunden teilt.

Fotos von Sonnenaufgängen oder -untergängen eignen sich bestens, um ein bisschen mit der Belichtung zu experimentieren. Denkt nur an einen Himmel mit ein paar Zuckerwattewolken und einem Horizont mit Orange- und Lilatönen. Um das, was ihr in dem Moment seht, in einem Bild festzuhalten, müsst ihr die Belichtungseinstellung für die Szene anpassen. Solche Motive fallen in den Bereich der Hochkontrast-Fotografie, das heißt dass der Belichtungswert der hellsten und dunkelsten Bereiche sehr weit auseinander liegt. Aber wir wollen hier nicht zu nerdig werden und das Technische erst mal ein wenig außen vor lassen. 

 

 

Im Zeitalter von iPhonography, TikTok, Instagram und Automatikeinstellungen sind Fotos normal geworden, die ich als „allumfassend“ bezeichne. Wenn die Szene einen Sonnenaufgang zeigt und man darin den Boden und den Himmel erkennen kann, ist vermutlich etwas schief gelaufen. Auch wenn man diese Dinge mit den eigenen Augen deutlich sehen kann, werden sie vom Gehirn anders wahrgenommen. Das Gehirn filtert die nicht notwendigen Details heraus. Das ist wie bei einem Witz, den man erklären muss. Manche Dinge müssen ausgesprochen werden, andere werden nur angedeutet. In einem Foto muss man in der Regel auch nicht immer alles deutlich erkennen können. Es genügt, das Hauptmotiv klar zu zeigen und alles andere in die dunkleren Töne und Schatten eintauchen zu lassen. iPhone-Nutzer sollten also auf den Himmel tippen, um die Belichtung für den Himmel festzulegen. Radfahrer die mit einer richtigen Kamera unterwegs sind, sollten die Belichtung auf den Himmel einstellen, damit der Rest im Dunkeln verschwindet.

Was den Einsatz von Lichtquellen angeht, müssen wir es einfach halten, sonst sind wir noch den ganzen Tag hier. Meistens sind Schatten unsere Freunde, aber diese Regel gilt nicht immer. Schatten verleihen einem Motiv mehr Tiefe. Sie können die Bildkomposition auch interessanter machen. Da die meisten Radfahrer allerdings nicht mit einem Satz Scheinwerfer im Rucksack unterwegs sind, ist die Sonne in der Regel die einzige Lichtquelle. An klaren oder leicht bewölkten Tagen solltet ihr das Objekt in einem Winkel von ungefähr 45 Grad zur Sonne platzieren. Das gilt für Porträtaufnahmen oder Action-Shots, die so ziemlich beeindruckend werden sollten. Man muss da ein bisschen ausprobieren, aber wenn man diese einfache Regel beachtet, gelingen in der Regel schon ganz gute Bilder. Für die Aufnahme von Freunden während der Fahrt ist es unter Umständen auch interessant, ein wenig mit Gegenlichtaufnahmen zu experimentieren. Je mehr ihr euch mit diesem Konzept beschäftigt und es euch zur Gewohnheit macht, desto interessanter und vielseitiger werden eure Aufnahmen werden.

Es gäbe noch viel mehr zu sagen, aber betrachtet dies einfach als kurze Einführung für die Aufnahme interessanter Fotos mit eurem iPhone oder eurer Kamera. Dieser Abschnitt berücksichtigt, dass die meisten Menschen eher mitten am Tag mit dem Rad unterwegs sind. Allerdings sollten wir das Offensichtliche nicht ignorieren: die abendliche Stimmung eines Sonnenuntergangs ist dein Freund, dein bester Freund.

 

Bildausschnitt und Komposition

 

Würde man die Fotografie so betrachten wie das Erlernen einer neuen Sprache, könnte man sagen, die Belichtung lässt sich mit dem Buchstabieren vergleichen. Bildausschnitt und Komposition entsprächen nach dieser Logik der Bildung von Sätzen in der neuen Sprache. Eure Entscheidung hinsichtlich der im Bildausschnitt enthaltenen Motive und im Hinblick auf den Winkel, aus dem ihr das Foto aufnehmt, haben großen Einfluss darauf, wie euer Foto auf andere wirkt.

Der wichtigste Rat zum Thema Bildausschnitt, den ich Anfängern wie Profis geben kann, lautet: GEHT GANZ NAH RAN! Wenn ihr das Gefühl habt, ihr wärt schon ziemlich dicht dran, geht noch näher ran. Nur dann gelingen euch wirklich spektakuläre Bilder. Denkt an das letzte Mal, als ihr an einem brütend heißen Tag bei einem Rennen wart. Woran erinnert ihr euch? Vermutlich an den Schweiß, an vor Anstrengung gerötete Gesichter, den Dampf, eine gnadenlose Sonne, Wasser, das über die Haut gegossen wird. Auf ein Foto gehören nur jene Elemente, die eine Geschichte erzählen. Und nichts sonst. 

 

Genauso wichtig, wie der Rat manchmal nah ran zu gehen, ist es auch, einen Schritt zurück zu machen. Wie sieht die Szene aus? Erzählt auch die Landschaft eine Geschichte, die ich dem Betrachter des Bilds vermitteln möchte? Macht einen Schritt zurück. Seht euch den Bildausschnitt genau an. Alle Elemente, die eure Geschichte erzählen, sollten auf der einen Seite des Bilds beginnen und auf der gegenüberliegenden Seite enden. Das lässt sich im Hinblick auf negativen Raum und Portraits etwas variieren. Der Grundgedanke dabei ist, den Bildausschnitt so mit interessanten Motiven zu füllen, dass jeder Teil des Bilds optimal genutzt wird.

Im Hinblick auf die Komposition lässt sich auch hier nur eine kurze Einführung geben. Auch dies wäre eigentlich ein kompletter Kurs für sich. Damit ein steiler Anstieg auch wirklich steil aussieht, sollte die Kamera möglichst tief platziert werden, damit die Straße das Bild richtig ausfüllt. Oder der Anstieg wird von der Seite aufgenommen, um das Gefälle der Straße zu verdeutlichen. Eine kurvige Straße wirkt auf dem Foto nur dann kurvig, wenn sie sich so oft wie nur möglich durch das Bild windet. Allerdings sollte die Kamera nicht zu tief platziert werden, da sonst die Straße flacher wird und die Kurven nicht mehr richtig zu sehen sind. Es empfiehlt sich, hier möglichst intuitiv vorzugehen. Macht man sich zu viel Gedanken über die Komposition, kann einen das in den Wahnsinn treiben. Macht es eicj einfach, falls sonst nichts hilft.

 

Storytelling

 

Stellt euch vor, ihr wärt den ganzen Tag mit dem Rad unterwegs gewesen. Startpunkt der Fahrt war ein angesagtes Café in der Stadt, nach den ersten paar Kilometern sind eure Freunde zu euch gestoßen und gemeinsam habt ihr dann den Mt. Tamalpais erklommen, bevor es wieder nach unten zum Stinson Beach ging. Nach einem Mittagessen am Strand ging es auf dem Highway 1 nach Süden bis ihr schließlich die Golden Gate Bridge erreicht. Was wenn ihr nur zwei Bilder von der gesamten Fahrt gemacht hättet? Wie ließe sich diese Geschichte dann erzählen? Ehrlich gesagt, wäre es nicht möglich, diese Geschichte mit nur zwei Bildern wirklich zu erzählen. Das liegt daran, dass es hierfür notwendig wäre, irgendeine Art von Veränderung in einer Szene oder Landschaft zu zeigen, damit der Betrachter der Fotos den Anfang der Story sowie ihren Mittelteil und ihr Ende erkennen kann.

Gelegentlich ist eine Szene ziemlich eindeutig: in einem Gebäude, in der Natur, Bäume, Strand, Mittag, Sonnenuntergang. Bei anderen Gelegenheiten müsst ihr bestimmte Details eurer Tour so in Szene setzen, dass sie die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das Aufpumpen der Reifen, Anstehen für einen Kaffee, Mittagspause, die Abfahrt nach Hause. Fotografie ist ein hoch emotionales Medium. Ob ihr es glaubt oder nicht, die Reihenfolge, in der jemand eure Bilder betrachtet, hat Einfluss darauf, wie sich diese Person nach Durchsicht aller Fotos fühlt.

 

Ehrlich gesagt ist das alles nur dann wichtig, wenn ihr euch wirklich für das Storytelling interessiert.Es ist völlig in Ordnung, wenn ihr einfach nur gerne Fotos machz, ohne euch auch noch den Kopf darüber zu zerbrechen, ob eure Fotoserie eine zusammenhängende Geschichte erzählt.

 

Bearbeitung

 

Es ergibt nicht viel Sinn, das Bearbeiten von Fotos zu kritisieren, da es vollkommen davon abhängt, wie der Fotograf die Szene sieht. Der beste Ratschlag hierzu lautet: Wenn ihr eure Bilder bearbeitet, um dadurch bessere Bilder herauszuholen, macht lieber einfach von Anfang an bessere Bilder. Hat man ein Bild aufgenommen, das nicht wirklich gut ist, ist das vollkommen in Ordnung. Es gibt einem nur wieder einen Grund, sich wieder in den Sattel zu schwingen und erneut Fotos zu machen.

Nicht bei der Auswahl der Fotos, aber bei der Bearbeitung sollte man im Hinblick auf Farbkorrektur und punktuelle Bildkorrektur mit der gleichen Grundeinstellung vorgehen, die man auch bei den oben beschriebenen Punkten an den Tag legt. Habt Spaß dabei, spielt ein bisschen mit den Einstellungen, versucht ein paar schräge Sachen, bis eure Bilder genau den Look haben, der euch gefällt. Wenn ihr nicht zu den Menschen zählt, die nach vielen Stunden im Sattel und zahllosen Aufnahmen auch noch stundenlang Bilder bearbeiten möchten, dann tut es einfach nicht.

 

Festhalten der Tour

 

Die Fotografie ist eine wahre Kunstform, an der sich ständig arbeiten und herumexperimentieren lässt. Ein großartiges Foto aufzunehmen, ist mit dem ganzen technologischen Fortschritt nicht unbedingt einfacher geworden, aber er hat es vielen Menschen erleichtert, einen Zugang zu dieser Kunstform zu finden. Wenn ihr in der Natur unterwegs seid, werden eure Aufnahmen immer eine Mischung aus Zufall und Absicht darstellen. Ihr werdet niemals alle Variablen kontrollieren können, doch genau das kann Teil des Vergnügens sein. Wichtiger ist jedoch, dass ihr Spaß dabei habt. Die besten Fotografen haben Spaß bei dem was sie tun und akzeptieren, dass sie nicht alles wissen. Das wiederum macht sie verletzlich und erhöht ihre Bereitschaft, immer wieder neue Konzepte und Ideen auszuprobieren. Ob ihr Fotos mit eurem iPhone macht oder mit der Kamera, die ihr geschenkt bekommen habt, am ehesten verbessert ihr eure Fähigkeiten dadurch, dass ihr auf euer Bauchgefühl hören und ein Foto machen, wenn ihr etwas seht, das eurer Ansicht nach ein großartiges Bild abgeben könnte. So, und jetzt solltet ihr losziehen und ein paar geniale Fotos schießen.

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